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Prämenstruelles Syndrom und prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)?


Habe ich ein PMDS??

Laden sie sich den hier als Link angefügten PMDS Kalender herunter und führen Sie Ihn nach Anleitung, das hilft bei der Diagnosestellung https://gynaekologische-psychosomatik.de/wp-content/uploads/2018/05/PMS-Tagebuch.pdf

Welche Symptome liegen beim PMDS vor?

Psychische Symptome: Stimmungsschwankungen, Vermindertes Selbstwertgefühl; Reizbarkeit/Wut/Aggressivität, Depressivität, Angstzustände, Anspannung; Schlaf-und Konzentrationsstörungen; Antriebslosigkeit; Niedergeschlagenheit 

Körperliche Symptome:  Brust: Spannungs-/Schweregefühle/Schmerzen; Berührungsempfindlichkeit/Brustwarzen, Kopf-/Rückenschmerzen; Bauchschmerzen/Blähbauch; Völlegefühl/Verstopfung, Schlafstörungen; Heisshunger/Appetitlosigkeit; Unreine Haut/Akne

Schon gewusst?

- Jede Frau erlebt ein unterschiedliches Spektrum dieser Symptome

- Von Zyklus zu Zyklus variieren die Beschwerden in ihrem Ausmaß und ihrer Intensität 

Welche Ursachen kennt man heute für das PMDS?
Nach heutigem Verständnis sind eine Vielzahl von verschiedenen Faktoren verantwortlich für das PMDS. Neben biologischen spielen auch psychologische und soziale Faktoren eine Rolle.

Die Idee, veränderte weibliche Hormone im Blut "Estradiol und Progesteron" zu finden, hilft leider nicht: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass zwischen Frauen mit PMDS und gesunden Frauen keine Unterschiede bei den im Blut bestimmten Progesteronspiegel in der 2. Zyklushälfte "Lutealphase oder auch Gelbkörperhormonphase genannt" nachgewiesen werden konnten. Daher wirken auch zusätzliche Hormongaben, zum Beispiel in Form von natürlichem Progesteron nicht lindernd  auf die Symptome.

Prolaktin: Bei den Brustbeschwerden in der zweiten Zyklushälfte-Anschwellen und Schmerzen-gilt der Prolaktinspiegel als entscheidender Mitspieler.
Falsche Wechselwirkung zwischen Abbauprodukt des Progesteron und  Nervenzellenandockstelle im Gehirn für Symptome verantwortlich  Bei Frauen mit PMDS kommt es nach heutigem Stand der Wissenschaft zu einer gestörten Wechselwirkung zwischen  einem Abbauprodukte des Progesteron, dem "Allopregnanolon" und einer Botenstoffandockstelle im Gehirn "GABA-Rezeptor". Während bei den gesunden Frauen das Allopregnanolon in der 2. Zykluhälfte am GABA Rezeptor eine beruhigende, angstlösende und schlafanstoßende Wirkung entfaltet, reagieren Frauen mit PMDS bei erhöhter Ausschüttung des Allopregnanolon in der 2. Zyklushälfte mit den emotional sehr belastenden Symptomen des PMDS und können in dieser Phase Stress nicht so gut verarbeiten, wie sonst. 

Hormonelle Schwankungen durch den Eisprung Auslöser des PMDS:
Neuere Daten sprechen dafür, dass die PMDS Symptome vor allen Dingen durch die mit der Ovulation verbundenen hormonellen Schwankungen ausgelöst und verstärkt werden.

Weiterer möglicher Faktor: Störung im Botenstoffstoffwechsel des "Serotonins" 
Durch die Behandlung mit Medikamenten, welche auf das Serotoninsystem begünstigend einwirken, konnte eine deutliche Verbesserung der PMDS typischen Beschwerden erreicht werden. Dies wird als Hinweis gewertet, dass bei Frau mit gestörtem Serotoninstoffwechsel  und überreizter Serotoninandockstelle sich die PMDS Symptome verschlehchtern.


Interessante Befunde bei MRT Untersuchungen:
Bei an PMDS erkrankten Frauen kommt es hormonell abhängig zu Veränderungen der im MRT dargestellten Gehirnstrukturen, so dass Wissenschaftler aus diesen Veränderungen eine mangelnde Kontrolle für Emotionen und negative Stimmungen in der 2. Zyklushälfte ableiten.

Erhöhtes Risiko für psychiatrische Erkrankungen bei PMDS Patientinnen und Persönlichkeitsfaktoren  PMDS Patientinnen haben im Laufe ihres Lebens ein erhöhtes Risiko, eine andere psychiatrische Erkrankung, wie zum Beispiel eine Wochenbettsdepression, zu erleiden. So dass eine erbliche Veranlagung vermutet wird, die dazu führt, dass Körper und Seele verstärkt auf hormonelle Schwankungen reagieren. Weitere Einflussfaktoren könnten Persönlichkeitsfaktoren und die sogenannte Resilienz sein, welche eine Veranlagung eines Menschen bedeutet, besser oder schlechter mit Schicksalsschlägen und Belastungen des Lebens umzugehen.

Wie kann man eine PMDS feststellen?
Wenn 5 der in der folgenden Tabelle gezeigten Symptome vorliegen, kann man von einer PMDS sprechen.

Therapie:
1) über die Beeinflussung der Serotoninandockstelle im Gehirn über einen sogenannten "SSRI"(in hochdosierter Form auch als Antidepressivum bekannt) als niedrigdosierte Tröpfchen wird die Reaktion der Seele stabilisiert und günstig beeinflusst, so dass die Hormonschwankungen und Stressreize in der 2. Zyklusphase die Funktion der entsprechenden Gehirnstrukturen nicht mehr beeinflussen kann.

2) die Hemmung der im weiblichen Hormonzyklus im Rahmen des Eisprungs auftretenden Hormonschwankungen führt durch Medikamente, welche den Eisprung hemmen (bekannt auch als "Antibabypille") oftmals zu einer absoluten Symptomfreiheit. Die Antibabypille verhindert die Ausschüttung des körpereigenen Progesterons und dessen Abbauprodukte.

3) Psychotherapie/Akuttherapie: In Gesprächen werden Kenntnisse über das Krankheitsbild vermittelt, sodass die Patientin ihre Situation besser verstehen und umgehen lernt. Die betroffene Patientin wird ermutigt, sich in der Situation besser selbst zu helfen und somit  verbessert sich ihre Fähigkeit, selber etwas gegen die Symptome zu bewirken ("Selbstwirksamkeit")

4) naturheilkundliche Therapie: leider fehlen für viele naturheilkundliche Therapien wissenschaftliche Nachweise dafür, dass diese auch wirksam sind. Allerdings scheinen Untersuchungsergebnisse über die Einnahme von Kalzium und Agnus Castus "Keuschlammfrüchte" so aussagekräftig zu sein, dass eine Therapieversuch hiermit versucht werden kann. Auch der Einsatz von Johanniskraut kann in Einzelfällen hilfreich sein.